PRESSEINFORMATION [25.10.2005]
- Kurzfassung -
ARGUS-Stiftung:
Damit Antibiotika auch in Zukunft noch wirken
Berlin, 25. Oktober 2005. Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass die Wirksamkeit von Antibiotika mittlerweile gefährdet ist. Mit ARGUS – Gemeinnützige Stiftung für den Erhalt und die Entwicklung von Infektionstherapeutika (in Gründung) will der Berliner Infektiologe Professor Dr. med. Hartmut Lode diese besorgniserregende Entwicklung aufhalten. ARGUS setzt sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika ein, um die Wirksamkeit dieser Medikamente auch für die Zukunft zu bewahren. Die Zielsetzung der Stiftung wird daher von namhaften Fachgesellschaften unterstützt.* Im Rahmen einer Launch-Pressekonferenz präsentierte sich ARGUS erstmals der Öffentlichkeit. Anlässlich dieser Veranstaltung wurde auch die erste Aktion der ARGUS-Stiftung, die von der Pfizer Pharma GmbH, Karlsruhe, unterstützte, gleichnamige Informationsinitiative, vorgestellt.
Ein umfangreicher, häufig unkritischer Einsatz von Antibiotika – z.B. bei Virusinfektionen, aber auch falsche Dosierungen und mangelnde Compliance – haben dazu geführt, dass Antibiotika gegen weltweit wichtige Erreger zunehmend ihre Wirksamkeit verlieren. Gleichzeitig werden immer weniger neue Antibiotika entwickelt und für die Therapie zugelassen. Sinn und Zweck der gemeinnützigen ARGUS-Stiftung ist es daher, alle Maßnahmen zu ergreifen, die den Erhalt und die Entwicklung von Infektionstherapeutika oder andere präventiv wirksame Maßnahmen (z.B. Impfungen) unterstützen. Die Stiftung wird sich daher auf die Förderung themenbezogener Forschungsvorhaben sowie Aktivitäten zur Information von Ärzten und Patienten zum rationalen Antibiotikagebrauch konzentrieren. Darüber hinaus sind die Herausgabe einer Fortbildungszeitschrift auf dem Gebiet der Antiinfektiva sowie die Ausschreibung von Preisen bezüglich Forschungsvorhaben im Rahmen der Stiftungsziele geplant.
Patienten haben Informationsbedarf
Unregelmäßige Einnahme oder zu frühes Absetzen des Medikamentes können zu Therapieversagern und zu Resistenzentwicklungen führen. Mit patientengerechter Kommunikation schafft der Arzt eine Basis für günstige Behandlungsergebnisse bei Infekten. Dies hat auch die PACE-Studie (= Perceptions of Antibiotic Compliance and Efficacy") gezeigt, die die Erwartungen an Arzt und Arzneimittel bei Patienten mit Atemwegsinfektionen in vier europäischen Ländern untersuchte. Eine weitere, kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass bei Ärzten unterstützende Informationen für Patienten auf breites Interesse stoßen. Insgesamt wurden 81 Allgemeinärzte, Praktiker und Internisten sowie 41 niedergelassene Kinderärzte per Telefoninterview befragt. Ziel der Studie war es, einen Überblick über den aktuellen Einsatz von Antibiotika zu geben. Ein besonderes Augenmerk galt dem Informationsverhalten gegenüber dem Patienten. Beide Arztgruppen, so ein Ergebnis der Studie sehen Informationsbedarf bei ihren Patienten. 83%der befragten Allgemeinärzte, Praktiker und Internisten und 85% der Kinderärzte weisen ihre Patienten darauf hin, dass sie Antibiotika zuverlässig einnehmen müssen.
Antibiotikabehandlung bei Kindern
Um einen unnötigen Antibiotikaeinsatz zu vermeiden, ist es für den Kinderarzt wichtig – wenn auch nicht immer möglich –, bakterielle von viralen Infektionen zu unterscheiden. Hinweise für eine bakterielle Atemwegsinfektion liefern die Körpertemperatur (> 39° Celsius) sowie das Vorhandensein von eitrigen Belägen oder eitrigem Auswurf. Bei bakteriellen Atemwegsinfektionen wie akuter Mittelohrentzündung, Mandelentzündung oder Lungenentzündung entscheidet sich der Arzt in der Regel für einen Antibiotikaeinsatz, um die Keime zu eliminieren, den Krankheitsverlauf abzukürzen und das Auftreten von Komplikationen zu vermeiden. Für eine optimale Behandlung und einen möglichst differenzierten Antibiotikaeinsatz muss der Kinderarzt Kriterien wie Wirksamkeit, Verträglichkeit, Resistenzlage sowie die Compliance von Eltern und Patienten berücksichtigen. Faktoren wie Dauer und Häufigkeit der Antibiotikaeinnahme, mögliche Nebenwirkungen, aber auch der Geschmack des Arzneimittels spielen bei der Therapietreue ein Rolle. Die Erfahrung zeigt, dass viele Eltern und Patienten das Antibiotikum zu früh absetzen.
Antibiotika: Richtiger und Gewissenhafter Umgang Schützt
ARGUS ist in der griechischen Mythologie der Riese, dessen 100 Augen nichts entgeht. Um die sorgfältige Beobachtung – und zwar des sinnvollen Einsatzes von Antibiotika – geht es bei der ARGUS-Informationsinitiative, der ersten wichtigen Aktion der ARGUS-Stiftung. Unter dem Namen ARGUS verbirgt sich auch das Motto der Initiative: Antibiotika: Richtiger und Gewissenhafter Umgang Schützt. Ziel ist es, die Notwendigkeit des verantwortungsvollen Umgangs mit Antibiotika zu verdeutlichen und die Einnahme dieser Medikamente gemäß ärztlicher Empfehlung zu fördern. Verschiedene Servicematerialien sollen den Blick für den sorgfältigen Antibiotikagebrauch schärfen. Ärzte erhalten ein Startset mit ARGUS-Informationsmaterialien, das Wartezimmerposter, Patientenbroschüren und Flyer für Patienten enthält. Informationen zu ARGUS, Atemwegsinfektionen und Antibiotikaeinnahme, stehen für Ärzte und Patienten auch via Mausklick unter www.argus-stiftung.de zur Verfügung.
Die Zielsetzung der ARGUS-Stiftung wird von folgenden Einrichtungen unterstützt:
- Bundesverband der Pneumologen
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
- Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie
- Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie
Herausgeber:
ARGUS-Stiftung
Postfach 19 11 19
14001 Berlin